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Der Einsatz von KZ- Häftlingen in Unternehmen kam auch in Zwickau zur Anwendung. Bereits ab 1934 waren die zur Auto – Union Chemnitz AG gehörenden Werke Audi und Horch, Fertigungsstätten für die Rüstungsproduktion, für Wehrmachtsfahrzeuge, Flug- zeuge und Torpedos.. Nach Kriegsbeginn wurden in dieser Produktion mehr als 3000 Zwangs- arbeiter eingesetzt.  Im August 1944 begannen die Vorbereitungen zur Errichtung eines KZ - Häftlings Arbeitskommandos bei den Horch-Werken. Die Konzernleitung der Auto-Union hatte beim SS - Wirtschaftsverwaltungs- hauptamtes  in Oranienburg die Forderung nach 1000 arbeitsfähigen KZ – Häftlingen gestellt

Die ersten 210 Häftlinge kamen am 13.September 1944 in das Lager nach Zwickau. Es folgten weitere Transporte um die geforderte Zahl zu erreichen. So über- stellte das Hauptlager Flossenbürg am 17. 10. 1944 weitere 300 Häftlinge nach Zwickau. Am 20. Oktober 1944 zählte das Lager 511 Häftlinge, einen Monat später bereits 886 Häftlinge. Das Lager selbst konnte bis zu  1000 Häftlinge aufnehmen. Das Häftlingslager hatte ein Ausmaß von etwa 250 x 250 Meter und bestand aus 5 Baracken. Das Lager wurde von einem hohen Drahtzaun umgeben, an dessen vier Ecken sich jeweils ein Wachturm befand. An der Südseite des Lagers befand sich ein Wassergraben über den der Eingang zum Lager führte. Vor der Umzäunung befand sich eine Baracke mit der Wachstube und den Unterbringungsräumen der Wachmannschaft und eine Baracke mit Gemeinschaftsraum, Schreibstube und Unterkunft des Kommando- führers.

 

Horch-Werke Zwickau

Eine Dokumentation im Städtischen Museum Zwickau unter dem Titel „Rüstungsbetrieb als Menschen-  schlachthaus“ aus den 80er Jahren wies nach, dass in den Horch – Werken 520 Menschen von den SS – Wachmannschaften umgebracht wurden. Bei Ausgrabungen im Werkgelände nach 1945 fand man in vier Massengräbern 65 Leichen, die verstümmelt, nackt und unkenntlich waren.

Seit dem 11. September 1948 steht am Schwanenteich im Stadtpark nahe dem Zwickauer Zentrum, ein „Mahnmal für die Opfer des Faschismus“. An dieser Stelle waren bereits am 12. August 1945 die Urnen von 320 umgekommenen und ermordeten Häftlingen aus dem KZ – Außenlager im Werk Horch und Mülsen St. Micheln feierlich beigesetzt worden. Der symbolische erste Spatenstich für das Mahnmal erfolgte am 30. Mai 1948 anläßlich einer Großkundgebung mit 5000 Teilnehmern. Beigesetzt wurden hier auch die Urnen von fünf Zwickauer Opfern des NS – Regimes. In den 60er Jahren entstand an der Stelle der alten Gedenkanlage, die abgerissen wurde, eine neu gestaltete Anlage.

 

Gedenkanlage am Schwanenteich

Lagerskizze Aussenlager Zwickau

Quelle: Dr. Hans Brenner in: "Freie Presse" vom  10.03.1998